Ab 17. Juli: Auf 800 Metern Baustelle passiert in sieben Wochen alles gleichzeitig

Vom 17. Juli bis zum 6. September ist die Friedrich-Ebert-Straße zwischen Ständeplatz und Annastraße vollständig gesperrt. Autos und Trams können während der siebenwöchigen Straßen- und Gleisbauphase den zukünftigen Boulevard nicht mehr passieren. Stadt Kassel und Stadtbüro tun alles, um auch in dieser Phase die Lebensqualität im Quartier zu erhalten.

Am Mittwoch, den 18. März, erläuterten Jens Franken vom Stadtbüro Friedrich-Ebert-Straße, Jens Herzbruch, Carlo Frohnapfel und Karl-Heinz Rüffer als Vertreter Stadt Kassel sowie Yves Vogt vom Ingenieurbüro Oppermann die Planungen für die heiße Phase des Straßen- und Gleisbaus. Eingeladen hatte die Stadt Kassel Geschäftsleute, Dienstleister und Freiberufler, die in besonderem Maße von der Vollsperrung betroffen sein werden.
Am 27. November, noch vor dem Beginn der Adventszeit, möchte die Stadt Kassel die Bauarbeiten zwischen Ständeplatz und Annastraße vollständig beenden.
Doch zuvor gilt es, die ganz heiße Phase zwischen 17. Juli und 6. September zu gestalten. In diesem Zeitraum wird auf der Baustelle intensiv gearbeitet: sechs Tage die Woche von sieben Uhr morgens bis zehn Uhr abends. Um den Lärm zu reduzieren, planen die Verantwortlichen, nur bis 18 Uhr mit lauten, großen Maschinen zu arbeiten. Bis 22 Uhr erfolgen leisere Tätigkeiten. Das Abnehmen und Anbringen von Leitungen, Verlegen von Kabeln sowie Schweißarbeiten werden als leise Vorgänge sogar in die Nacht verlegt. In vier Abschnitten wird parallel an allem gleichzeitig gearbeitet. Auf den 800 Metern zwischen Ständeplatz und Annastraße gibt es quasi vier parallele Baustellen. „Wir sind zuversichtlich, dass es in diesem Rahmen funktionieren wird“, machte Jens Herzbruch den Geschäftsanliegern Mut.
Bereits vor der Vollsperrung stellen die Baufirmen die Beleuchtung sowie die Masten und die Gehwege auf der Südseite fertig. Statt der Parkplätze und des Fahrradstreifens entsteht auf der Südseite dann zunächst jedoch eine Baustraße, die während der Vollsperrung den Bauverkehr, den Rettungsverkehr sowie ganz dringende geschäftliche Transporte ermöglicht.

15 Millionen Milchtüten Material bewegen
In der ersten Phase des Erdbaus werden 2200 LKWs den Aushub des auf gut 90 cm tief abzutragenden Bodens abtransportieren und die Materialien für den neuen Unterbau von Straße und Gleisen bringen. „Das sind 15 Millionen Milchtüten“, sagt Yves Vogt, um die Menge zu verdeutlichen. Abgesehen davon werden zu diesem Zeitpunkt vier große Kettenbagger auf der Friedrich-Ebert-Straße für viel Lärm und Staub sorgen.
Die zweite Arbeitsphase wird die Verlegung der Gleise sein. Um im Bereich des Ständeplatzes die Weichen zu erneuern und die neuen Gleise anzubinden, kommt es in diesem Bereich vom 24. Juli bis zum 8. August zu einer zweiwöchigen Sperrung. Aufgereiht wie an einer Perlenkette werden die Gleise dann auch der Nordseite in der Straße verlegt. „Von der Flächenbaustelle, die wir in der ersten Phase hatten, wird die Friedrich-Ebert-Straße dann zur Linienbaustelle“, erläutert es Yves Vogt fachmännisch.
Abschließend werden in der dritten Bauphase die Oberflächen aus Beton und Asphalt auf der Nordseite vollendet. Aufgrund der langen Zeit, die der Beton zum aushärten benötigt, dauert diese Phase drei Wochen. Parallel nehmen die Baufirmen die Gleise und Oberflächen auf der Südseite in Angriff.
Am 6. September werden diese Bauarbeiten abgeschlossen sein und bereits am Montag, den 7. September, können die Trams wieder Fahrt aufnehmen. Den Autos bleibt nach der Vollsperrung, wie zum jetzigen Zeitpunkt auch, die Nordseite vorbehalten. Auf der Südseite entstehen dann aus der Baustraße Parkplätze und ein Fahrradstreifen. Diese Baumaßnahme wird maximal bis Ende November andauern, so dass die Straße zum Weihnachtsgeschäft fertiggestellt sein wird. „In dieser Bauphase kann es sogar sein, dass wir früher als innerhalb der vorgesehenen zwei Monate fertig werden“, berichtet Jens Herzbruch.

Mobilität im Quartier erhalten, gemeinsam Feiern
Um den Zugang zur Friedrich-Ebert-Straße während der Vollsperrung zu ermöglichen, wird die Straßenbahn der Linie 4 auf die Wilhelmshöher Allee umgeleitet. Anstelle der Linie 8 stellt die KVG einen Busverkehr über die Kölnische Straße zur Verfügung. Fußgänger können im Laufe der Vollsperrung die Straßenseite an drei Stellen wechseln. Die drei Furten werden im Verlauf der Westendstraße, der Friedrich-Engels-Straße und der Karthäuserstraße angelegt. Damit kann im Sommer an allen drei großen Querstraßen die Friedrich-Ebert-Straße sicher zu Fuß überquert werden.
Einschränkungen erstrecken sich auch auf die Straße Hinter der Komödie, die befahrbar sein wird; jedoch mit Behinderungen durch den Bauverkehr. Der Parkplatz hinter der Komödie wird als zentrales Materialdepot benötigt und vollständig gesperrt.
Die Referenten und die Veranstaltungsteilnehmer suchten im Dialog nach unterschiedlichen Lösungen des Parkproblems während der Vollsperrung. „Wir wissen um die Not und wir versuchen mehr Flächen zu bekommen“, versicherte Carlo Frohnapfel den Teilnehmern. Um die Vorgänge überschaubar zu machen, plant die Stadt Kassel im April und Juli eine Verteilung von Informationsfaltplänen an Bürger und Geschäfte. Das Stadtbüro Friedrich-Ebert-Straße möchte dadurch außerdem auf den Bedarf an ehrenamtlichen Helfern aufmerksam machen, die älteren Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität Hilfe im Umgang mit den weiteren Wegen zu Ärzten, Geschäften und Haltestellen leisten. Im Gespräch ist außerdem ein Golf Caddy als Transportmittel innerhalb des Quartiers. „Wie hoffen auch auf Nachbarschaftshilfe“, berichtet Stadtbüro-Mitarbeiter Jens Franken. „Zusammen mit dem FreiwilligenZentrum Kassel sucht das Stadtbüro hier nach kreativen Lösungen.“
Am 5. September, wenn das Schlimmste überstanden ist, soll es in der Friedrich-Ebert-Straße festlich werden – in einem Ambiente mit Musik und unterschiedlichen Aktionen auf der ganzen Straße. Denn schließlich muss das Ende der schwierigsten Bauphase mit allen Beteiligten gebührend gefeiert werden.

10. Mai 2015 |

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