Gedanken zum Tod von Wolfgang Rudolph

Als wir, die Mitarbeiter des Stadtbüros, Anfang 2011 zu dem Projekt „Aktive Kernbereiche“ dazukamen, starteten wir mit einem von Wolfgang Rudolph geführten Stadtteilspaziergang. Es war wie jetzt Februar und eisig kalt. Wir merkten allerdings nicht sehr viel davon, denn zu spannend waren die Geschichten, die er uns aus seinem riesigen Wissensschatz über Gebäude, Plätze und Hinterhöfe berichtete. Neu in diesem Arbeitsfeld, unterstützte er uns fast zwei Jahre bestmöglich. Keine unserer vielen Fragen war ihm zu dumm, unermüdlich schrieb er Mails, kam spontan in`s Stadtbüro oder nannte uns wichtige Ansprechpartner.

In unseren Sitzungen war er manchmal ein harter Verhandlungspartner und vergaß nicht, die ihm wichtigen Details im Projekt zu bedenken: wenn die Sätze begannen mit „ich will ja nicht nerven, aber…“ setzten wir schon mal einen neuen Kaffee auf, er rauchte noch eine Zigarette, denn man konnte sich auf ein weiteres Stündchen Gespräch einstellen. Seine Einwände waren geprägt von einer großen Umsicht und enormen Stadtteilkenntnis sowie der Einbeziehung vieler verschiedener Perspektiven und Sachlagen, die ein so großes Projekt mit sich bringt.

Als uns klar wurde, dass Wolfgang Rudolph neben seinem vielfältigen politischen Engagement als Ortsvorsteher und Mitglied in der Stadtverordnetenversammlungnoch eine ganz andere Seite als „Günner“ in der HNA und mit mundartlichen Stadtrundfahrten hatte, wollten wir vom Stadtbüro im letzten Sommer eine Stadtrundfahrt mit ihm organisieren, die leider zu Zeiten der d 13 ausgesetzt war. Stattdessen stellte er sein umfangreiches Wissen als worldly companion in die Dienste der letzten documenta. Zweimal organisierten wir zusammen mit Weste.V. eine Führung mit ihm und hatten zwei wunderschöne und informativeNachmittage. Übrigens, durch den Kasseler Bezug der d 13 blitzte der Günner dann doch immer wieder hervor.

Mit Beginn seiner Krankheit im letzten Herbst merkte man in den verschiedenen Stadtteil-Gremien eine Veränderung der Arbeit: die Informationen flossen nicht mehr scheinbar von selbst hin- und her, denn wie wir durch Gespräche mit unterschiedlichsten Menschen in letzter Zeit wieder feststellten, hatte Wolfgang Rudolph eine besondere Art fluiden Wissens im und für den Stadtteil und seinen Akteuren. So wie er wird niemand die Arbeit fortführen können, aber wir können an ihn und seine Intentionen für den Stadtteil denken und versuchen, gemeinsam ein wenig davon weiterzutragen.

Nebenbei, als wir vom Stadtbüro Wolfgang Rudolph zum letztenMal sahen, war es wieder im Rahmen einer gemeinsam organsierten Stadtführung durch „seinen“ Stadtteil, den Vorderen Westen.

Foto: Michael Schwab

01. Mär 2013 |

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